Interventionelle RadiologieWas sie leistet – und wann sie infrage kommt

Bildgebung macht Strukturen sichtbar, die von außen nicht zugänglich sind. Genau das erlaubt es, Wirkstoffe, Nadeln oder Instrumente exakt an die Stelle zu bringen, an der sie wirken sollen – bei Gelenkbeschwerden, bei eingeengten Nerven und bei Störungen des Lymphabflusses.

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Bildgesteuerte muskuloskelettale Interventionen

Diese Verfahren nutzen CT oder Ultraschall, um gezielt in Gelenke, Sehnenansätze oder die Wirbelsäule einzugreifen. Dazu gehören die Injektion von Medikamenten (z. B. Kortison) bei Arthrose oder Sehnenentzündungen sowie die Kyphoplastie zur Stabilisierung gebrochener Wirbelkörper. Die bildgesteuerte Präzision stellt sicher, dass Wirkstoffe oder Knochenzement exakt an der schuldigen Stelle wirken, was die Effektivität erhöht und Nebenwirkungen reduziert.

Bei chronischen Gelenkbeschwerden kommt zusätzlich die Embolisation bei Gelenkschmerzen (TAPE) infrage – ein Verfahren aus dem Bereich der Embolisationen.

Ultraschallgestützte Weichteilinterventionen

Bei diesen Eingriffen wird der Ultraschall als Echtzeit-Bildgebung genutzt, um Nadeln oder Instrumente präzise in Weichteilstrukturen zu führen.

Karpaltunnelsyndrom (CTS)

Ein bekanntes Beispiel ist die Spaltung des Karpaltunnels bei Karpaltunnelsyndrom (CTS): Hier wird unter Ultraschallkontrolle das Band, das den Nerv einengt, minimal-invasiv gespalten. Dies entlastet den Nerv, lindert die typischen Beschwerden wie Taubheit oder Kribbeln und vermeidet oft eine offene Operation.

Lymphographie

Die Lymphographie ist ein minimal-invasives Verfahren, um die Lymphgefäße und Lymphknoten sichtbar zu machen. Sie kommt zum Einsatz, wenn Verdacht auf Lymphabflussstörungen oder Verletzungen der Lymphgefäße besteht. Diese Untersuchung kann unter Röntgenkontrolle aber auch im CT oder MRT durchgeführt werden. Dabei wird über einen kleinen Hautstich eine feine Nadel in die Lymphgefäße oder Lymphknoten eingeführt und öliges Kontrastmittel injiziert, das die Strukturen präzise darstellt. Die Untersuchung liefert wichtige Grundlagen für die Diagnose und die Planung weiterer Therapien.

Individuelle Indikationsstellung. Ob eines dieser Verfahren für Sie infrage kommt, wird stets individuell und interdisziplinär entschieden – unter Berücksichtigung der bildgebenden Befunde und Ihrer gesamten klinischen Situation.